Die mystischen Sperrnächte

 Meine lieben Hexerln,

heute möchte ich euch etwas über die mystischen „Sperrnächte“ erzählen. In manchen Gegenden Österreichs und vor allem in Bayern haben die Sperrnächte, welche auch Dunkelnächte genannt werden, eine ebenso lange Tradition wie die Rauhnächte. Sie beginnen mit der Luzien-Nacht und dauern bis zur Wintersonnenwende an. Sie begleiten uns Menschen immer tiefer in die Dunkelheit des Winters, aber auch in die dunklen Ecken unseres eigenen „Seins“.

In dieser Zeit befinden wir uns an einem energetischen Wendepunkt im Jahreskreis, in dem das Licht neu geboren wird. Man spricht hier von einer Wiedergeburt und einem Neuanfang. Die dunklen Tage und Nächte kündigen diesen Neubeginn bereits an und eignen sich besonders gut zum Halten einer Rückschau und zum Loslassen.

Die Energien der Sperr- bzw. Dunkelnächte helfen uns dabei, in die Stille zu gehen, zu reflektieren, Erkenntnisse aus dem Vergangenen zu erhalten, unseren Schatten ins Gesicht zu sehen und alles, was wir nicht mehr benötigen, loszulassen. Nach volkstümlichen Überlieferungen wurde früher die Zeit vor den Rauhnächten dazu verwendet, alle Gerätschaften und sonstige wertvolle Dinge vor Wintereinbruch aufzuräumen und über die dunkle Jahreszeit wegzusperren.

Davon abgeleitet ist wohl irgendwann der Ausdruck „Sperrnächte“ oder auch „Sperrtage“ entstanden. Symbolisch gesehen wird nach der Ernte eine Nachschau gehalten und das alte Jahr noch einmal aufgerollt. Stell dir an dieser Stelle folgende Fragen: Was ist gut gelaufen und was kann ich für das nächste Jahr übernehmen? Was ist schlecht gelaufen und was sollte ich im kommenden Jahr neu überdenken?

Die Sperr- oder Dunkelnächte beginnen am 8. Dezember und dauern 13 Nächte an. Wie bei den Rauhnächten kannst du hier an jedem Abend, einen Monat des vergangenen Jahres, überdenken. Die 13. Nacht kannst du dazu nutzen, um das Jahr als Ganzes zu reflektieren.

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Sperrnächten und den Rauhnächten?

In den Rauhnächten liegt der Fokus darauf, Neues zu manifestieren und zu kreieren. Diese Zeit kannst du dazu nutzen, um Herzenswünsche auszusenden und Botschaften für den weiteren Lebensweg zu erhalten. Im Gegensatz zu den Rauhnächten sind die Sperrnächte weniger bekannt. Sie sind das Gegenstück und fungieren als Zeit der Rückschau und des Loslassens. Der Fokus in dieser Zeit liegt darauf, zu erkennen, was du aus dem alten Jahr gelernt hast. Was willst du mitnehmen in das neue Jahr und was kann losgelassen werden.

Ich sehe die Sperrnächte als Zeit, um Raum zu schaffen. Dieser Raum bietet dann neue Möglichkeiten, um in den Rauhnächten mit Wünschen und Träumen befüllt zu werden. Ein magischer Tipp von mir ist es, sich zum Beginn der Sperrnächte hinzusetzen und sich Gedanken zu machen, was man loslassen will.

Schreibe dazu 13 Zettel und lege sie in ein schönes Gefäß. Nutze nun jeden Abend der Sperrnächte, zünde dir eine Kerze an und stimme dich mit Musik oder einer Meditation ein. Ziehe dir danach bewusst, jeden Abend, aus dem Gefäß einen Zettel und verbrenne das Thema, das du loslassen willst. Genieße diese Zeit, trinke dein Lieblingsgetränk und schaffe dir mit diesem Ritual wieder Platz, um später neue Vorhaben kreieren zu können 🙂

Meine lieben Hexerln, die Zeit der Sperrnächte soll uns dazu dienen, im Innen und im Außen aufzuräumen. Vielleicht kennt ihr den Ausdruck des Weihnachtsputzes? Genau das dürfen wir auch in unserem Inneren vollziehen. Wenn ihr gute Ideen oder Rituale habt, um die Sperrnächte bewusst zu zelebrieren, freue ich mich, von euch zu

 

 

 

 

 

 

 

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